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Foto: (openPR)


(openPR) - Sie mobben sich, bis Blut fließt und der Unterlegene nur noch unter dem Schrank sitzt: Aber wenn das Zusammenleben der Stubentiger nicht gut funktioniert, suchen Halter nur ganz selten professionelle Hilfe. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage der Tierpsychologen „Vierpfotenprofis“. An der Umfrage zum Zusammenleben von mehreren Katzen im Haushalt haben 235 Menschen und 737 Katzen teilgenommen.

Viele Halter beschreiben, dass das Zusammenleben ihrer Katzen nach kurzer Zusammenführung nun harmonisch verläuft. Aber rund ein Drittel räumen auch gravierende Probleme bei der Vergesellschaftung und im Zusammenleben der Stubentiger ein. Die Probleme reichen von Aggression über Angst bis Unsauberkeit.

Dabei möchten viele Menschen gerne mehrere Katzen halten – denn die Tiere stehen im Ruf, sauber, unauffällig und leicht in der Wohnung zu halten zu sein. „Aber Katzen sind ihrer Natur nach eher Einzelgänger mit gewissen geselligen Neigungen“, sind die Vierpfotenprofis Marita Römer und Gabriele Müller überzeugt. Längst nicht immer kann jede Katze mit einer anderen friedlich zusammenleben. Kommt es zum Stress, dann versuchen sich die Katzenmenschen in Selbsthilfe: Sie wenden sich zuerst an andere Katzenhalter, häufig in Internetforen. Auch stark gefragt ist der Einsatz von Bachblüten. Erst weit abgeschlagen rangieren die Fachleute wie Tierärzte, Tierpsychologen und Tierheilpraktiker.

„Wir sehen diese Entwicklung mit einigem Bedenken“, kommentiert Vierpfotenprofi und Tierpsychologin Marita Römer. „Denn aus Sicht der Verhaltensforschung ist Verhalten angeboren, erworben, erlernt, oder hat organische Ursachen.“ Bei schweren Aggressionen können Bachblüten, deren Wirksamkeit wissenschaftlich umstritten ist, kaum helfen. Partnerin Gabriele Müller ergänzt: „Hier ist zuerst eine genaue Untersuchung der Ursachen nötig und dann eine genau abgestimmte Verhaltenstherapie. Nur Patentrezepte gibt es keine, denn jedes Problem ist so individuell wie das Tier.“

Dabei agieren die Tierhalter ansonsten sehr verantwortungsbewusst: Sie lassen ihre Tiere kastrieren und sorgen für eine verträgliche Größe der Katzenpopulation. Sie vergesellschaften überwiegend Tiere gleichen Alters und geben sich viel Mühe, den Tieren ein gutes Zusammensein zu ermöglichen. Nur äußerst selten geben Katzenhalter in Tier wieder ab, weil es sich nicht integriert. Dabei haben die meisten Katzen eine unklare, dem Vorbesitzer nicht bekannte Vorgeschichte, weil sie ausgesetzt und zugelaufen sind oder vom Tierschutz vermittelt wurden. „Negative Erlebnisse prägen ein Tier oft ein Leben lang“, wissen die beiden Vierpfotenprofis. „Um so wichtiger ist es, den auslösenden Ursachen auf den Grund zu gehen.“

Die wichtigsten Ratschläge zum Zusammenleben von mehreren Katzen:

- Vergesellschaften Sie möglichst Katzen im gleichen Alter. Einer ruhebedürftigen Seniorin ein quirliges Jungtier vorzusetzen, kann zu Konflikten führen.
- Achten Sie auf einen ähnlichen Charakter. Zu einer dominanten Katze passt schlecht ein unterwürfiges Tier.
- Bieten Sie jeder Katze im Haushalt genügend Rückzugsmöglichkeiten, wo sie ungestört sein kann.
- Jedes Tier sollte seine eigene Futterschüssel, seinen eigenen Schlafplatz und seine eigene Toilette haben. Günstiger ist es, eine Toilette mehr aufzustellen, als Katzen im Haushalt leben.
- Sollten Katzen nur in der Wohnung gehalten werden, benötigen Sie viele Spiel- und Kratzmöglichkeiten, um ihre natürlichen Bedürfnisse auszuleben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage sind unter www.vierpfotenprofis.de zu finden.

Über die Vierpfotenprofis:
Marita Römer war Grundschullehrerin und ist bei der Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN) in der Schweiz ausgebildete Tierpsychologin für Hunde und Katzen. Sie lebt und arbeitet in Langenfeld.
Gabriele Müller ist Journalistin in Wuppertal und ebenfalls bei der ATN ausgebildete Tierpsychologin für Katzen.
Beide sind zu erreichen unter: www.vierpfotenprofis.de