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Foto: Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit fürs Kind

Bonn 07.02.2008 - Hunde sind tolle Spielgefährten und Familientiere,
aber immer wieder werden sie auch zur Gefahr für Kinder. Jährlich
müssen in Deutschland schätzungsweise 30.000 bis 50.000
Bissverletzungen ärztlich behandelt werden, und weit mehr als die
Hälfte der Behandelten sind Kinder. Bissverletzungen bei Kindern sind
schwerwiegender als bei Erwachsenen, weil Hunde kleine Kinder häufiger
in den Hals oder Kopf beißen.

Wenn Hunde beißen, ist der Spaß am Haustier schnell dahin. Sollen
Hunde ihren Platz in Familien mit kleinen Kindern finden, dann bedarf
es Regeln, die eingehalten werden. Kinder können lernen, artgerecht
mit Hunden umzugehen, sie als Tiere mit angeborenen Instinkten zu
respektieren und Verantwortung für sie zu übernehmen. Wenn Eltern und
Kinder das Verhalten von Hunden richtig einschätzen und genug Zeit für
die Erziehung ihres Vierbeiners aufwenden, kann der Hund zum
wertvollen Familienmitglied werden.

Zehn Regeln für die Hundehaltung in der Familie und den Umgang mit
fremden Hunden:


1) Jeden Hund als individuelles Wesen betrachten!
Jeder Hund ist anders. Die Rasse allein sagt nichts darüber aus, wie
das einzelne Tier sich in bestimmten Momenten verhält. Ein gutes Auge
für das Verhalten des Tieres hilft, kritische Situationen rechtzeitig
zu erkennen. Fremden Hunden sollten sich Kinder wie Erwachsene
generell vorsichtig nähern, denn jeder Hund hat seine Eigenarten und
auch eigene Erfahrungen mit Kindern gemacht.

2) Den Hund niemals ärgern!
Augen, Ohren, Schnauze und Nase sind sehr empfindliche Stellen für den
Hund. Manche Hunde mögen es nicht, wenn man diese Körperstellen
streichelt, an ihnen zieht oder damit herumspielt.

3) Einen Hund niemals beim Fressen stören!
Hunde reagieren wie Jagdtiere: Wenn sie etwas zum Fressen haben,
verteidigen sie ihre "Beute". Jede Störung wird als Angriff erachtet.
Der Hund verteidigt sein Futter, indem er knurrt und beißt.

4) Patentrezepte gelten nicht!
"Hunde, die bellen, beißen nicht" - diese Regel ist falsch, bellende
Hund schnappen auch zu. Kinder sollten lernen, die Gesamtsituation im
Auge zu behalten, statt vermeintlichen Regeln blind zu vertrauen.

5) Nicht Einmischen, wenn Hunde raufen!
Hunde, die sich in die Haare kriegen, sind außer Rand und Band. Kinder
sollten sich nicht in den Kampf einschalten, denn sie sind nicht stark
genug, die Tiere auseinanderzubringen.

6) Still halten, wenn ein Hund zuschnappt!
Wenn ein Hund nach einem Kind schnappt, sollte sich das Kind möglichst
still und ruhig halten und den Hund nicht anschauen. Reißt es die
geschnappte Hand weg, dann verstärkt der Hund nur den Biss. Etwas, das
sich nicht bewegt, wird für den Hund dagegen schnell uninteressant und
er lässt davon ab.

7) Fremde Hunde nur streicheln, wenn es der Besitzer erlaubt!
Ein Hund, der z.B. vor einem Geschäft angeleint ist, darf nicht
gestreichelt werden. Der Hundebesitzer sollte vorab immer gefragt
werden. Kinder sollten sich fremden Hunden nur langsam von vorne
nähern und warten, bis das Tier von selbst den Kontakt aufnimmt.

8) Nicht vor Hunden weglaufen!
Hunde laufen und jagen gerne; sie wollen ein davonlaufendes Kind
schnappen. Deshalb: Stehen bleiben und sich vom Hund wegdrehen. Ein
stehender, unbeweglicher Mensch wird für den Hund schnell
uninteressant.

9) Baby unterwegs? Den Hund vorbereiten!

Wenn eine Geburt ansteht, ändern sich die Regeln im Haus - und das
sollte der Hund schon mehrere Wochen vorher trainieren, damit er
vorbereitet ist und das Baby nicht als Konkurrenz empfindet. Was der
Hund lernen sollte: Spielerisches Beißen in menschliche Körperteile
ist tabu; das Kinderzimmer darf nicht mehr oder nur auf ausdrückliche
Einladung betreten werden; Kinderspielzeug ist kein Hundespielzeug.
Wenn das Baby da ist: Den Hund niemals mit dem Baby allein lassen.

10) Auch Kinder müssen Rücksicht nehmen!
Schon ab dem frühesten Krabbelalter müssen Kinder lernen, dass der
Hund nicht immer als Spielpartner bereit steht und im Haushalt einige
Gegenstände zu finden sind, die nur für den Hund sind. Die Hundedecke
oder der Korb sind ebenso wie das Hundespielzeug und der Futternapf
für das Kind tabu.


Zur Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Die BAG in Bonn ist ein bundesweit tätiger Dachverband und die primär
zuständige Lobby zur Verhütung von Kinderunfällen in Deutschland.
Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie
Rettungsorganisationen und technische Dienstleister. Die BAG setzt
sich dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren und innovative
Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit zu entwickeln. Sie wird
durch das Bundesministerium für Gesundheit, durch Penaten aus dem
Hause Johnson&Johnson, durch den Gesamtverband Deutscher Versicherer
und weitere Partner gefördert.